KlinikClowns.de - "Dr. Zitronella" über zwei Begegnungen mit Kindern


lupino_und_liesel_radiesel_mit_maskeWenn "Würschtl" und ich in unser Clowns-Gewand geschlüpft sind, ziehen wir los auf die Gänge vom KUNO, schauen, wer uns begegnet und klopfen an die Zimmertüren. Hinter jeder wartet eine Überraschung. So z.B. ein 12-jähriger Junge, mit dem wir ein Sushi-"Restaurong" eröffnen werden. Jede Woche kommen neue Ideen hinzu und über das Spielen webt sich ganz fein eine Verbindung zwischen uns.

In einem anderen Zimmer sind wir auf S. gestroffen, der sagte, er kann uns ins Filmgeschäft einführen. Daraufhin mussten wir ihm eine Szene vorspielen: Krimi! Er: "Super schlecht, so kommt ihr nicht ins Geschäft." Wir: "Okay, für nächstes Mal bereiten wir eine bessere Szene vor!" Das nächste Mal lag S. auf der Intensivstation nebenan, wir wurden von den Schwestern zu ihm gerufen. S. wimmerte, weil er Schmerzen hatte und er hat auf uns sehr verloren gewirkt. Seine Mutter war bei ihm. S. war unruhig. Wir standen am Bett und waren erstmal nur da - und ratlos.
Irgendwann ist mir das Lied "Somewhere over the rainbow" eingefallen. Ich habe angefangen zu summen und meine Kollegin hat mit eingestimmt: sanft und gleichzeitig kraftvoll. S. ist immer ruhiger gworden, hat sich entspannt. Als wir den Eindruck hatten, dass er eingeschlafen ist, haben wir uns langsam aus dem Raum geschlichen. Auf einmal hören wir: "Das war schon mal besser als letztes Mal!" Wir waren überrascht und berührt. Das war so trocken und genau mit seinem Humor, dass wir wussten: unser Dasein hat eine Wirkung gehabt. Er war - zumindest kurzzeitig - wieder er selbst!